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Geschichte des Lehmexpress 1997 - 2017

2014
Projekt Kasbah Asslim 2007

LEHMEXPRESS 2007

und das "Rendezvous de la Musique"
Auch in diesem Jahr waren wieder zwei Gruppen Lehminteressierte an der Kasbah Asslim im Süden von Marokko und haben „Hand angelegt“.


Gruppe 1 | Gruppe 2


Lehmexpress 2007

Gruppe 1:
Die erste Gruppe bestand aus neun Personen aus Österreich, Frankreich und Deutschland. Es war eine gemischte Gruppe aus Student/Innen und Handwerker/Innen und ein pensionierter Lehrer mit seiner Tochter.
Das Aufgabengebiet bestand aus einer Riss-Sanierung und dem anschließenden Verputzen und Streichen. Das zweites Aufgabengebiet war das Erarbeiten einer Dokumentation über die Riss-Sanierung der Ostwand und deren Übersetzung in die französische Sprache. Auch standen vorbereitende Arbeiten im Berberklo und an der Lichtöffnung im großen Asfallo an. Ein Plakat für das anstehende Musikfestival „Rendezvous de la Musique“ wurde entworfen. In Vorbereitung auf die zweite Gruppe, setzte man sich ausführlich mit den typischen Wandmalereien der Berber auseinander. Dazu halfen die Bücher der Bibliothek und großformatige Fotos und meine mitgebrachte Festplatte mit weiteren Fotos aus meiner Datenbank.

Lehmexpress 2007
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Nach der Einführung in die Grundlagen des Lehmbaus und einer Besichtigung der Kasbah machten wir eine Wanderung in den Bergen des Antiatlas.
In der ersten Woche wurden die Risse im Anbau der Kasbah geöffnet und wieder verschlossen, Mauernischen zugemauert, Lehmziegel sowie Putz- und Mauermörtel hergestellt und im Berberklo Fliesen als Abschluss für den Tadelakt verklebt sowie ein Zementestrich auf dem Boden angefertigt. Die gesamten Dachterrassen wurden gereinigt und es wurde mit den Entwürfen für die Dokumentation begonnen.

Lehmexpress 2007
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Am folgenden Wochenende stand dann eine Reise nach Ouarzazate und Ait Ben Haddou auf dem Programm. Sie sollte helfen, die typischen Wandmalereien der Berber zu erlernen und zu vertiefen. Wir besichtigten die Kasbah Taorirt und die CERCAS.
In der zweiten Woche verputzten wir die verschlossene Risse mit dem ortsüblichen Gips und hatten damit unsere große Mühe, da er, nachdem wir ihn mit Wasser aufrührten, innerhalb von wenigen Minuten zu einem festen Klumpen erhärtete. Hinzu kam das Befestigen der losen Stuckleisen am Übergang zwischen Wand und Decke. Alle Fenster wurden mit einem eingefärbten Hartöl der Firma Kreidezeit gestrichen und teilweise wurde der kaputte Zementestrich saniert. Ein Teil der Gruppe arbeitete im Museum an den Rissen im Boden, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Sie wurden mit einem Leinöl- Lehmgemisch verschlossen indem die Risse vorher mit Leinöl eingepinselt wurden. An der Brüstung im Asfallo wurde ein Kalk- Kaseinputz aufgetragen.
In dieser Zeit tauchten starke Spannungen in der Gruppe auf. Die in der ersten Woche herrschende Freude und positive Stimmung schlug nun um in recht aggressive Äußerungen gegen meine Person und mir wurde Unfähigkeit im Leiten des Workshops vorgeworfen. Der oder die Gründe möchte ich hier nicht genauer beschreiben, doch werde ich in der Projektbeschreibung näher darauf eingehen und diese nach bestem Gewissen so verändern, das die Dinge in dieser Form nicht mehr vorkommen.

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Die am Morgen beim Frühstück besprochenen Arbeitsteilungen wurden kurzerhand über den Haufen geworfen und einige Personen hatten plötzlich nur noch das Arbeiten mit Tadelakt im Sinn, da es in der Projektbeschreibung ausdrücklich beschrieben sei, was allerdings nicht stimmt. Deswegen seien sie ja gekommen. Nach einem von mir geforderten Gespräch beruhigte sich die Spannung etwas, jedoch war sie nicht gelöst. In dieser Zeit fragte ich mich sehr eingehend nach dem Sinn meiner Arbeit. Die Unterstützung der Familie half mir, die für mich notwendige Ruhe zu behalten. Ich lerne, dass Gruppenarbeit nur möglich ist, wenn Eigendünkel und Egoismus aus dem Spiel gelassen werden und Dinge in Ruhe angesprochen werden.
Die Gips- und Malerarbeiten dauerten erheblich länger als ich dachte und die von mir geplante Ausführung der Dekorarbeiten an den Gesimsen und Decken wurde durch den neu entstandenen Tadelaktkurs erheblich gebremst.
Am Ende fuhren einige der Teilnehmer in die Wüste, andere blieben bis zu ihrer Abfahrt noch einige Tage in Asslim.

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Gruppe 2:

Die zweite Gruppe bestand aus zwölf Personen. Sie trudelten teils mit Fahrrad, Flugzeug und Auto aus allen Richtungen in Asslim ein. Stephan Töpfer fuhr mit seinem Fahrrad von Genua/Italien nach Asslim. Zwei Teilnehmerinnen der ersten Gruppe wollten auch die nächsten zwei Wochen mitarbeiten, doch entschieden sie sich anders und wollten nicht mehr helfen. Doch am Essenstisch fühlten sie sich der Gruppe zugehörig, da sie ja bezahlt hatten. Daraus entstand eine für mich belastende Situation, die mir einige Nerven raubte, da die neuen Teilnehmer sofort die Kritik an meiner Person erzählt bekamen und beim ersten gemeinsamen Gespräch von mir einen Zeitplan über die Arbeiten im Workshop haben wollten. In den folgenden zwei Wochen hatte ich noch einige Kritik auszustehen, doch denke ich, das die meisten letztendlich zufrieden waren.

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Ein Aufgabenschwerpunkt lag im künstlerischen Bereich, das heißt Schablonen und Muster für die Wand- und Türdekorationen waren zu erarbeiten und sie auf die fertig gestrichenen Wände/ Türen auftragen. Zeitgleich sollte eine Gruppe den defekten Treppenturm abtragen und mit den neu hergestellten Lehmziegeln wieder aufmauern. Dies geschah unter der fachlichen Anleitungen unseres Lehmmeisters Maalem M`Barek. Der dritte Schwerpunkt waren die Tadelaktarbeiten im Berberklo. Wie schon in der ersten Gruppe wurde fleißig und mit Eifer gearbeitet sodass alle Arbeitsbereich am Ende fertig gestellt wurden. Als Abschluss nach den Gruppenarbeiten reinigte ich alle Räume und der Kalk- Kaseinestrich wurde mit einer rot eingefärbten Farbe gestrichen.
Auch wurde wieder Ait Ben Haddou und die CERCAS in der Kasbah Taorirt/ Ouarzazate besichtigt.

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Wir hatten für eine Woche Besuch aus Thüringen: Dr. Horst Schroeder, Vorsitzender des Dachverbandes Lehm und gleichzeitig Lehrer in der Universität Weimar und damit auch Lehrer der circa 60 Studenten, die in den letzten 10 Jahren am Projekt LEHMEXPRESS teilgenommen haben, machten einen Besuch vor Ort. Anlässlich des 10jährigen Bestehens wollte Herr Schroeder doch jetzt auch mal schauen, was in Marokko unter Hilfe seiner Studenten so zustande gekommen ist. Begleitet wurde er durch das Ehepaar Otto aus Thüringen, die dort den Lehmhof Lindig betreiben. Sie sind im Bereich Lehmbau sehr aktiv und bieten dort Kurse und Workshops für Interessierte an. Nach Ihren Angaben hat ihnen der Besuch sehr gut getan.

Hiermit auch noch einen Dank an die Firma Kreidezeit und CLAYTEC für ihre Hilfe in Form von Materialien und Werkzeuge. Auch einen Danke an alle, die mich im Vorfeld und während des Projektes bei meiner Arbeit unterstützt haben. Dank auch an Jürgen Spengler für die schöne Webseite und das Lob von nicht wenigen Menschen für seine Arbeit.

Manfred Fahnert

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Mehr zum
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findet sich hier!
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